Die Bör­se Stutt­gart kauft sich mit Tra­di­as Mar­ket-Making-Exper­ti­se ein und ver­spricht einen inte­grier­ten Kryp­to-Anbie­ter. Die Bewer­tung von über 500 Mil­lio­nen Euro für die kom­bi­nier­te Ein­heit klingt ambi­tio­niert für einen Markt, in dem noch unklar ist, ob Grö­ße oder Geschwin­dig­keit gewinnt. Die eigent­li­che Fra­ge liegt nicht in der stra­te­gi­schen Erzäh­lung, son­dern in der ope­ra­ti­ven Arith­me­tik: Was genau wird hier zusam­men­ge­führt, und ergibt die Sum­me mehr als die Addi­ti­on der Teile?


Die Kon­stel­la­ti­on

Zwei Unter­neh­men, zwei Städ­te, zwei unter­schied­li­che Geschäfts­mo­del­le. Die Bör­se Stutt­gart kommt aus der Welt der regu­lier­ten Han­dels­plät­ze – Lizen­zen, Auf­sicht, insti­tu­tio­nel­le Glaub­wür­dig­keit. Über eine Mil­li­on Nut­zer auf der Retail-Platt­form, eine eta­blier­te Mar­ke im deut­schen Kapi­tal­markt. Tra­di­as hin­ge­gen ist Mar­ket Maker – das Geschäft der Liqui­di­täts­be­reit­stel­lung, der Spreads, des Risi­ko­ma­nage­ments in vola­ti­len Märk­ten. 200 Mil­lio­nen Euro Bewer­tung für einen Frank­fur­ter Spe­zia­lis­ten, der im Hin­ter­grund arbeitet.

Die Fusi­on ver­spricht die Inte­gra­ti­on die­ser Wel­ten: Retail-Zugang trifft auf Liqui­di­täts­kom­pe­tenz, regu­la­to­ri­sche Infra­struk­tur auf Han­dels-Know-how. 300 Mit­ar­bei­ter, ver­teilt auf Stutt­gart und Frank­furt. Ein gemein­sa­mes Manage­ment. Geplan­ter Abschluss in der zwei­ten Jah­res­hälf­te 2026.

Soweit die Kon­stel­la­ti­on. Die Fra­ge ist: Was bedeu­tet das konkret?

Die Bewer­tungs­fra­ge

500 Mil­lio­nen Euro für die kom­bi­nier­te Ein­heit. Das ist kei­ne Zahl, die man ein­fach hin­nimmt. Was wird hier eigent­lich bewertet?

Tra­di­as allein mit 200 Mil­lio­nen – das setzt vor­aus, dass Mar­ket-Making im Kryp­to-Bereich ein ska­lier­ba­res, pro­fi­ta­bles Geschäft ist. Ist es das? Oder wird hier eine Bewer­tung aus dem tra­di­tio­nel­len Finan­ce über­tra­gen auf einen Markt, der ande­re Regeln hat? Die Dif­fe­renz zwi­schen 200 Mil­lio­nen (Tra­di­as) und 500+ Mil­lio­nen (kom­bi­niert) legt nahe, dass Stutt­gart selbst mit etwa 300 Mil­lio­nen bewer­tet wird. Für eine Platt­form mit einer Mil­li­on Nut­zern – wie pro­fi­ta­bel ist das tatsächlich?

Die Bewer­tung basiert ver­mut­lich auf Erwar­tun­gen: künf­ti­ge Syn­er­gien, Markt­an­teils­ge­win­ne, Ska­len­ef­fek­te. Aber Erwar­tun­gen sind kei­ne Gewiss­hei­ten. Die Fra­ge ist, wel­che kon­kre­ten Zah­len dahin­ter ste­hen: Han­dels­vo­lu­men, Mar­gen, Kun­den­bin­dung, Umsatzwachstum.

Stutt­gart und Frank­furt – mehr als Geografie

Zwei Stand­or­te, zwei …