Blockchain in der Fabrik der Zukunft: Ein Fall für das Banking

Von Ralf Keuper

In dem lesenswerten und informativen Beitrag Blockchain in the Factory of the Future zeichnet die Strategieberatung BCG ein, wie ich finde, zutreffendes Bild der aktuellen Lage.

Die Blockchain sei besonders gut dafür geeignet, das nötige Vertrauen der Unternehmen beim Datenaustausch mit Dritten herzustellen. Bislang fehlen jedoch entsprechende Standards. Mit der Trusted IoT-Alliance ist ein erster Schritt getan. Dieser Standard könnte eine ähnliche Revolution in der Produktidentifikation sein, wie der Barcode (Vgl. dazu: Blockchain wird das IoT revolutionieren). Weiterhin kann über in der Blockchain hinterlegte bzw. referenzierte Zertifikate die Echtheit der Produkte gewährleistet werden. Geräte und Produkte können mit einer eindeutigen digitalen Identität und Signatur ausgestattet werden. Die Herausforderung besteht darin, die digitalen Zwillinge mit der physischen Objekt und der Blockchain zu verknüpfen.

BCG sieht mittel- bis langfristig zahlreiche neue Geschäftsmodelle entstehen – wie Machines as a Service und Machine controlled maintenance.

Etwas unter den Tisch fällt in den Szenarien das Thema Identity of Things. Zwar wird die Bedeutung von IPs und digitalen Zwillingen betont; sichere digitale Identitäten ebenso wie die Möglichkeiten des IoT-Banking kommen jedoch nicht zur Sprache. Genau hier liegt viel Potenzial für das Banking. Damit Modelle wie pay per use Realität werden können, sind die entsprechenden Zahlungs- und Finanzierungsinfrastrukturen aufzubauen. Beispielhaft dafür ist das Projekt Digitale Finanzierungsmodelle für Industrie 4.0. Ein weiterer Standard für den sicheren Datenaustausch wird von der International Data Space Association mit seiner Referenzarchitektur angeboten. Das evan.network bringt bereits die digitalen Zwillinge mit ihren physischen Objekten und der Blockchain zusammen. Die datenbasierte Finanzierung oder auch digital twin based financing sind die fast schon logische Ergänzung.

Zuerst erschienen auf Banking on Things

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