Banking zwischen IoT und Edge Computing

Von Ralf Keuper

Mit der Verbreitung des Internets der Dinge kommen auf das Banking einige Veränderungen zu. Wenn Geräte, Maschinen, Autos und Menschen in Echtzeit miteinander kommunizieren und Transaktionen durchführen, wächst der Bedarf nach einer Clearingstelle, welche die Ab- bzw. Verrechnung, die Prüfung der Identitäten und Berechtigungen übernimmt sowie eine sichere Umgebung/Infrastruktur bereitstellt. Diskutiert wird, ob diese Rolle von der Blockchain-Technologie ausgefüllt werden kann, womit kein Bedarf nach einer weiteren, übergeordneten Instanz, wie einer Bank, bestehen würde.  In der Machine Economy, wie sie u.a. von IOTA propagiert wird, können Maschinen sich gegenseitig beauftragen und bezahlen.

Jedenfalls besteht die berechtigte Aussicht, dass Produktion und Banking – bis zu einem bestimmten Grad – dezentraler werden. Möglich wird das u.a. durch das sog. Edge Computing.

Beim Edge Computing werden Daten dezentral in der Netzwerkperipherie verarbeitet – an dem Ort, wo sie generiert wurden. Die Bedeutung der Technologie steigt mit der Menge an Daten, die durch das Internet der Dinge erzeugt wird. … Edge Computing verschiebt die Datenverarbeitung an den „Rand“ des Netzwerks, um die Latenzzeiten zu minimieren und die Entstehung von Flaschenhälsen – also Engpässen bei der Datenübermittlung – zu verhindern. Dank Edge Computing kann die Priorisierung des Datentransfers direkt am Ort des Geschehens und daher in Echtzeit mit nur minimaler Netzwerkbelastung stattfinden.(in: IoT-Basics: Was bedeutet Edge Computing?).

Damit müssen die Daten nicht mehr – wie häufig noch üblich – in die Cloud zur weiteren Verarbeitung geschickt werden. Die Abhängigkeit von großen Cloud-Anbietern wie Amazon, SAP, IBM oder Microsoft ließe sich damit verringern. Die Intelligenz bliebe an der Maschine, in der Fabrik, im Unternehmen. Nicht von ungefähr sind viele KI-Startups und Unternehmen aus der elektrischen Verbindungstechnik, wie Weidmüller oder Phoenix Contact, zuversichtlich, gegen die großen digitalen Ökosysteme wie Google, Amazon oder Apple bestehen zu können (Vgl. dazu: Neue digitale Geschäftsmodelle in IndustrieunternehmenWie ein ostwestfälischer Mittelständler Microsoft, IBM und SAP ausstechen will).

Zusammen mit der dezentralen Künstlichen Intelligenz (und evtl. der Blockchain-Technologie) ergeben sich neue Möglichkeiten der Kooperation und für Geschäftsmodelle – auch für das Banking (Vgl. dazu: Dezentrale Künstliche Intelligenz (dKI/dAI) für das Banking der ZukunftNvidia debuts Jetson Nano for edge AI on embedded devices).

Ethan Wang benennt in IoT in Banking – Enabling Banks’ Digital Future zwölf mögliche Anwendungs- bzw. Geschäftsfälle.

Kernaussage:

IoT has the potential to impact traditional business processes in banking such as KYC, lending, collateral management, trade finance, payments, PFM, and insurance. Coupled with other emerging technologies, such as digital identity and smart contracts, IoT can create new P2P business models that have the potential to disrupt banking in a few areas. Listed below are 12 use cases that may be adopted in banking in a time span ranging from near-term to long-term.

Weitere Hinweise und Anregungen finden sich in:

In diesem Szenario könnten Banken oder bankähnliche Institutionen (Identity Banks, Personal Data Banks, Banken für Maschinendaten e.G.) eine Schlüsselrolle übernehmen und für das Bankgeheimnis 4.0 sorgen.

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