Aktienanalysten als verlässliche Kontraindikatoren

Von Ralf Keuper

Die Treffgenauigkeit der Prognosen von Aktienanalysten bewegt sich in einem Bereich, der die Frage aufkommen lässt, ob es bei Anlageentscheidungen nicht besser wäre, der Kraft der Tarot-Karten oder dem Münzwurf zu vertrauen. Zweifel an der Zunft kommen immer wieder auf, wie im Jahr 2002 (Vgl. dazu: Die Zunft der Blindgänger). Es stellt sich die Frage nach der Performance derjenigen, welche – ungefragt – Bewertungen über die Performance von Aktiengesellschaft abgeben. Die Lernkurve scheint seit 2002 nicht angestiegen zu sein; eher drängt sich der Eindruck auf, dass Analysten ihren Status als verlässliche Kontraindikatoren gefestigt haben (Vgl. dazu: Expertenurteile als Kontraindikator. So irren sich Analysten seit Jahren bei der Deutschen Bank). Gleiches gilt übrigens für die Wirtschaftspresse (Vgl. dazu: Wirtschaftspresse als verlässliche Kontraindikation). Im Jahr 2009 kam eine Untersuchung von Bloomberg zu dem Ergebnis, dass es für Anleger das beste sei, Analystenempfehlungen als Kontraindikation zu bewerten. Der größte Gewinn an der Börse winke dann, wenn man das genaue Gegenteil von dem mache, was die Analysten empfehlen (Vgl. dazu: Aktienanalyse: Wissen, wie die Kurse weiterlaufen).

Man kann es auch mit Warren Buffett und Charlie Munger halten:

Nun ist Spekulation – bei der das Hauptaugenmerk nicht darauf liegt, was ein Vermögenswert erwirtschaftet, sondern was der Nächste dafür bezahlen wird – weder illegal noch unmoralisch, noch unamerikanisch. Aber es ist ein Spiel, bei dem Charlie und ich nicht mitspielen möchten. Wir bringen nichts zur Feier mit, warum sollten wir also erwarten, etwas mit nach Hause zu nehmen (in: Das Buch für Investoren).

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