Gleich drei Bör­sen­gän­ge aus dem Umfeld der KI-Infra­struk­tur wur­den inner­halb weni­ger Wochen ver­scho­ben oder pau­siert. Was wie eine Häu­fung von Ein­zel­fäl­len aus­sieht, ist der ers­te Moment, in dem ein bis­lang vor allem in pri­va­ten Finan­zie­rungs­run­den gewach­se­nes Bewer­tungs­nar­ra­tiv einer ech­ten Preis­fin­dung am öffent­li­chen Markt unter­zo­gen wird.


Inner­halb weni­ger Wochen haben drei Unter­neh­men aus dem Umfeld der KI-Infra­struk­tur ihre Bör­sen­gän­ge ver­scho­ben oder aus­ge­setzt: SB Ener­gy, die Soft­Bank-Toch­ter mit dem größ­ten geplan­ten Rechen­zen­trums­pro­jekt der Welt in Ohio, Hol­tec, ein Zulie­fe­rer der Nukle­ar­in­dus­trie mit Ambi­tio­nen in der Rechen­zen­trums-Strom­ver­sor­gung, und Aggre­ko, ein Ener­gie­dienst­leis­ter, für den KI-Rechen­zen­tren zuletzt zum wich­tigs­ten Wachs­tums­trei­ber gewor­den waren. Gleich­zei­tig bleibt Anthro­pics eige­ner Bör­sen­gang für den Herbst ter­mi­niert, und PIMCO bezif­fert den Inves­ti­ti­ons­be­darf für den Auf­bau der KI-Infra­struk­tur bis 2030 wei­ter­hin auf über 5 Bil­lio­nen US-Dol­lar. Das Kapi­tal, das gebraucht wird, ist also nicht das Pro­blem. Das Pro­blem ist, zu wel­chem Preis Inves­to­ren bereit sind, es bereit­zu­stel­len – und genau dar­über ent­schei­det sich der­zeit zum ers­ten Mal am offe­nen Markt, nicht mehr nur in pri­va­ten Finan­zie­rungs­run­den unter sich.

Ein Rück­stand, der von einem ein­zi­gen Mie­ter abhängt

SB Ener­gy soll­te ursprüng­lich im Sep­tem­ber an die Bör­se gehen, ange­peilt war eine Bewer­tung von min­des­tens 50 Mil­li­ar­den US-Dol­lar. Der Ter­min ist inzwi­schen auf Mit­te bis Ende Okto­ber ver­scho­ben, weil sich inner­halb der von den Ban­ken gesuch­ten Preis­span­ne nicht genug Käu­fer fin­den lie­ßen. Auf dem Papier wirkt das Geschäfts­mo­dell beein­dru­ckend: ein Auf­trags­be­stand von 439 Mil­li­ar­den US-Dol­lar über rund zwan­zig Jah­re, begin­nend 2028. Nur beruht die­ser Bestand fast voll­stän­dig auf einem ein­zi­gen Stand­ort – dem noch nicht in Betrieb befind­li­chen Rechen­zen­trum in Ohio – und einem ein­zi­gen domi­nan­ten Mie­ter, Ope­nAI, des­sen Lea­sing­ver­pflich­tun­gen wie­der­um von Nvi­dia im Umfang von bis zu 105 Mil­li­ar­den US-Dol­lar abge­si­chert wer­den. Dass SB Ener­gy zuletzt Ope­nAIs Finanz­che­fin Sarah Fri­ar und des­sen Infra­struk­tur­chef Sachin Kat­ti in eine Inves­to­ren­ver­an­stal­tung ein­band, um für das Ohio-Pro­jekt zu wer­ben, liest sich weni­ger als Ver­trau­ens­be­weis denn als Ein­ge­ständ­nis, wie sehr die eige­ne Bewer­tung an der Boni­tät und…