33.575 unver­kauf­te Unter­neh­men, jähr­li­che Ren­di­ten von 6,4 Pro­zent gegen­über 15,2 Pro­zent beim S&P 500 – Pri­va­te Equi­ty steckt im drit­ten Jahr in Fol­ge in einem struk­tu­rel­len Rück­stau fest. Wäh­rend SpaceX, Paramount/​Warner und NextEra/​Dominion die größ­te Deal­ma­king-Wel­le seit Jah­ren aus­lö­sen, bleibt die Bran­che, die das Fusi­ons­ge­schäft jahr­zehn­te­lang domi­nier­te, an der Sei­ten­li­nie – und weicht zuneh­mend auf ein Instru­ment aus, das an ein fast hun­dert Jah­re altes Mus­ter erin­nert: den Ver­kauf an sich selbst. Ein Blick auf die Mecha­nik eines Geschäfts­mo­dells, das an sein eige­nes Zins­re­gime gebun­den war.


Es ist ein bemer­kens­wer­ter Kon­trast: Wäh­rend SpaceX den größ­ten Bör­sen­gang der Geschich­te hin­legt, David Elli­son mit Para­mount und War­ner Bros. ein 110-Mil­li­ar­den-Dol­lar-Geflecht schmie­det und Nex­tE­ra Ener­gy mit über 120 Mil­li­ar­den Dol­lar nach Domi­ni­on Ener­gy greift, sitzt jene Bran­che auf der Bank, die das Deal­ma­king über Jahr­zehn­te geprägt hat. Pri­va­te Equi­ty, einst der Takt­ge­ber fremd­fi­nan­zier­ter Über­nah­men, ver­wal­tet einen Bestand von 33.575 unver­kauf­ten Port­fo­lio­un­ter­neh­men – ein Rekord­wert, der bin­nen zehn Jah­ren mehr als das Dop­pel­te erreicht hat.

Der Befund ver­weist auf mehr als eine zykli­sche Del­le. Er legt eine struk­tu­rel­le Bruch­stel­le im Geschäfts­mo­dell selbst offen.

Das Modell und sei­ne Voraussetzung

Das klas­si­sche Pri­va­te-Equi­ty-Kal­kül war denk­bar ein­fach: Unter­neh­men kau­fen, mit Fremd­ka­pi­tal hebeln, ope­ra­tiv ver­bes­sern, inner­halb von fünf bis sie­ben Jah­ren mit Gewinn ver­äu­ßern. Die­ses Kal­kül funk­tio­nier­te jedoch nur unter einer still­schwei­gen­den Vor­aus­set­zung – bil­li­gem, reich­lich ver­füg­ba­rem Fremd­ka­pi­tal. Solan­ge die Zin­sen nied­rig waren, ließ sich mit ver­gleichs­wei­se wenig Eigen­ka­pi­tal viel Kauf­kraft erzeu­gen. Der Exit war dabei nie das eigent­li­che Kunst­stück; er war die logi­sche Kon­se­quenz eines Sys­tems, in dem sich Käu­fer für die nächs­te Run­de stets fan­den – häu­fig ande­re Pri­va­te-Equi­ty-Fir­men selbst.

Mit der Zinswende …