Die Kri­tik an Index­fonds und ETFs hat in den ver­gan­ge­nen Mona­ten an Schär­fe gewon­nen – nicht zuletzt befeu­ert durch Fäl­le wie die erzwun­ge­nen SpaceX-Käu­fe pas­si­ver Fonds im Som­mer 2026. Zwei Vor­wür­fe wer­den dabei beson­ders häu­fig vor­ge­bracht: Ers­tens wür­den Index­fonds die Märk­te vola­ti­ler machen. Zwei­tens wüss­ten vie­le Anle­ger gar nicht, wem sie ihr Geld anver­trau­en und wie die zugrun­de lie­gen­den Mecha­nis­men funk­tio­nie­ren. Bei­de The­sen ver­die­nen eine getrenn­te Prü­fung – sie ste­hen empi­risch auf sehr unter­schied­lich fes­tem Boden.


The­se 1: Höhe­re Vola­ti­li­tät durch Indexfonds

Die­se The­se ist inzwi­schen kei­ne Außen­sei­ter­po­si­ti­on mehr, son­dern fin­det zuneh­mend Rück­halt in der aka­de­mi­schen Lite­ra­tur. Bereits 2018 zeig­ten Ben-David, Fran­zo­ni und Moussa­wi im Jour­nal of Finan­ce, dass ETF-Eigen­tum an einer Aktie deren Vola­ti­li­tät und Umsatz sys­te­ma­tisch erhöht – der Mecha­nis­mus läuft über das ETF-Arbi­tra­ge-Sys­tem, das Kurs­be­we­gun­gen unab­hän­gig von fun­da­men­ta­len Nach­rich­ten verstärkt.

Eine neue­re Arbeit von Loch­stoer und Muir (2025÷26) geht noch wei­ter: Sie doku­men­tiert, dass sich die Vola­ti­li­tät des US-Akti­en­markts über sie­ben Jahr­zehn­te etwa ver­dop­pelt hat – von rund 10 auf 20 Pro­zent –, und führt dies kau­sal auf das Wachs­tum des index­ba­sier­ten Han­dels zurück (Futures, ETFs, Index­fonds, erwei­ter­te Han­dels­zei­ten). Als natür­li­che Expe­ri­men­te die­nen die Einfü…