DWS kämpft mit Abflüs­sen und einer Serie von Abwer­tun­gen, Uni­on Invest­ment mit einer 17-Pro­zent-Kor­rek­tur, einem EuGH-Vor­la­ge­ver­fah­ren zur Risi­ko­ein­stu­fung und einer wach­sen­den Serie von Bera­tungs­haf­tungs­ur­tei­len gegen die eige­nen Ver­triebs­part­ner. Zwei unter­schied­li­che Kri­sen­ver­läu­fe – aber ein gemein­sa­mer Kon­struk­ti­ons­feh­ler, auf den bei­de Häu­ser unter­schied­lich reagie­ren, und ein Signal, das über die Fonds­bran­che hin­aus auf den gesam­ten Immo­bi­li­en­markt verweist.

Dass offe­ne Immo­bi­li­en­fonds ein Liqui­di­täts­ver­spre­chen abge­ben, das ihr Basis­wert nicht durch­ge­hend hal­ten kann, ist an die­ser Stel­le bereits als all­ge­mei­nes Struk­tur­mus­ter beschrie­ben wor­den – als eine von meh­re­ren Ver­klei­dun­gen der­sel­ben Fris­ten­trans­for­ma­ti­on ohne insti­tu­tio­nel­len Back­stop, die auch Pri­va­te Cre­dit und Schat­ten­ban­ken betrifft. Was die aktu­el­len Fäl­le DWS und Uni­on Invest­ment zu die­sem Mus­ter hin­zu­fü­gen, ist weni­ger die Bestä­ti­gung der Grund­the­se als eine Beob­ach­tung auf der nächs­ten Ebe­ne: Zwei Anbie­ter, die vom sel­ben Kon­struk­ti­ons­feh­ler betrof­fen sind, wäh­len erkenn­bar unter­schied­li­che Wege, damit umzugehen.


DWS: Abfluss, Abwer­tung, Liquiditätsdebatte

Aus den drei gro­ßen offe­nen DWS-Immo­bi­li­en­fonds – „Grund­be­sitz Euro­pa”, „Grund­be­sitz Fokus Deutsch­land” und „Grund­be­sitz Glo­bal” – flie­ßen seit 2022 kon­ti­nu­ier­lich Mil­li­ar­den ab. Allein aus „Grund­be­sitz Euro­pa” waren es zwi­schen Janu­ar und Juli 2026 rund 570 Mil­lio­nen Euro, aufs Jahr hoch­ge­rech­net fast 1,2 Mil­li­ar­den. Par­al­lel dazu hat die DWS die Net­to­in­ven­tar­wer­te 2026 schritt­wei­se gesenkt: kumu­liert um etwa 7,3 Pro­zent bei „Grund­be­sitz Euro­pa”, 5,3 Pro­zent bei „Fokus Deutsch­land” und 5,2 Pro­zent bei „Grund­be­sitz Glo­bal”. Dass der Markt die­sen Zah­len nicht traut, zeigt sich an der Bör­se: Dort wer­den Antei­le teils mit Abschlä­gen von bis zu 27 Pro­zent auf den offi­zi­el­len Net­to­in­ven­tar­wert gehan­delt – ein deut­li­ches Signal, dass Anle­ger mit wei­te­ren Kor­rek­tu­ren rechnen.

Die DWS selbst begrün­det die Lage mit gestie­ge­nen Rück­ga­be­wün­schen, not­wen­di­gen Immo­bi­li­en­ver­käu­fen in einem illi­qui­den Markt, län­ge­ren Ver­mark­tungs­zei­ten und einer gewach­se­nen Ver­hand­lungs­macht der Käu­fer­sei­te – und schließt wei­te­re Ver­kehrs­wert­an­pas­sun­gen aus­drück­lich nicht aus. Medi­en­be­rich­ten zufol­ge prüft das Haus intern Not­fall­op­tio­nen: Rück­nah­me­ge­büh­ren zwi­schen zwei und fünf Pro­zent oder tem­po­rä­re Rück­nah­me­be­schrän­kun­gen, um voll­stän­di­ge Fonds­schlie­ßun­gen zu ver­mei­den. Die DWS bestä­tigt, sie prü­fe fort­lau­fend Liquiditätsmanagementinstrumente.

Uni­on Invest­ment: Eine Abwer­tung, ein Rechtsstreit

Bei Uni­on Invest­ment ver­lief die Kri­se anders: nicht schlei­chend, son­dern als ein­ma­li­ger Schnitt. Im Som­mer 2024 wer­te­te das Haus den offe­nen Wohn­im­mo­bi­li­en­fonds Uni­Im­mo: Woh­nen ZBI um rund 17 Pro­zent ab, begrün­det mit dem Zins­an­stieg und einer Neu­be­wer­tung des Bestands. Zum 8. Sep­tem­ber 2026 weist Uni­on Invest­ment für den Fonds eine Performan…