Die Volksbank Hellweg verliert durch die Insolvenz des Werler Pralinenherstellers DreiMeister bis zu sieben Millionen Euro. Im Jahresabschluss 2025 ist davon auf den ersten Blick wenig zu sehen: Der Jahresüberschuss bleibt nahezu stabil. Ein genauerer Blick auf Bewertungsergebnis und Reservenbildung zeigt, wie eine Genossenschaftsbank einen Einzelausfall auffängt, und warum der Vorstand selbst darauf hinweist, dass es nicht bei diesem einen Fall bleibt.
Die DreiMeister Spezialitäten GmbH aus Werl-Westönnen, ein Hersteller von Pralinen und Süßwaren, hat im Mai 2026 Insolvenz angemeldet. Nach Recherchen des Soester Anzeigers steht das Unternehmen allein bei der Volksbank Hellweg, seinem Hauptgläubiger, mit sechs bis sieben Millionen Euro in der Kreide. Werthaltige Sicherheiten gab es offenbar kaum. Insolvenzverwalter Michael Schütte erwartet, dass trotz des Verkaufs der acht Produktionslinien samt Markenrechten keine Quote an die Insolvenzgläubiger ausgezahlt werden kann. Die Verbindlichkeiten des Unternehmens sollen sich insgesamt auf über zehn Millionen Euro summieren.
Bernd Wesselbaum, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Hellweg, bestätigt die langjährige Geschäftsverbindung, äußert sich unter Verweis auf das Bankgeheimnis aber nicht zur Höhe der Forderung. Zwei Aussagen macht er dennoch: Die Risiken seien bereits aus dem Ergebnis 2025 abgedeckt worden, und zwar nicht zulasten von Dividende und Mitgliederboni. Beide Aussagen lassen sich am Jahresabschluss 2025 überprüfen.
Was die Bilanz zeigt
Operativ war 2025 für die Volksbank Hellweg ein gutes Jahr. Der Zinsüberschuss stieg von 37,2 auf 42,3 Millionen Euro, der Provisionsüberschuss von 12,6 auf 13,9 Millionen. Der Verwaltungsaufwand blieb mit 32,7 Millionen nahezu konstant. Das Betriebsergebnis vor Bewertung kletterte um rund ein Viertel auf 25,5 Millionen Euro. Auch die Refinanzierung hat sich verbessert: Die Kundeneinlagen wuchsen um knapp 15 Prozent und damit deutlich stärker als die Kundenkredite (plus 7,3 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro).
Der Bruch liegt im Bewertungsergebnis. Unter dem Posten für Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere weist die Bank für 2025 einen Aufwand von 12,7 Millionen Euro aus. Im Vorjahr stand an dieser Stelle noch ein Nettoertrag von 1,4 Millionen. Der Umschwung von rund 14 Millionen Euro verzehrt die Hälfte des operativen Ergebnisses.
Eine Einzelwertberichtigung, also die Abschreibung einer konkreten Kreditforderung um den erwarteten Ausfallbet…
