Ein neues Paper entwickelt eine systematische Klassifikation für DLT-basierte Geldformen – von CBDCs über Stablecoins bis zu Deposit Tokens. Die zwölfdimensionale Taxonomie zeigt: Hinter dem Sammelbegriff „tokenisiertes Geld” verbergen sich fundamental verschiedene Konstrukte: Wer steht in der Pflicht? Was dient als Sicherheit? Welche Risiken bestehen? Stablecoins mit einem Gesamtwert von 260 Milliarden Dollar sind bereits Realität, bleiben aber im Verhältnis zum weltweiten Zahlungsverkehr gering – die Wachstumsprognosen und das theoretische Potential sind dennoch beträchtlich.
Die Notwendigkeit begrifflicher Klarheit
Die Debatte über digitale Währungen und tokenisiertes Geld leidet seit Jahren unter begrifflicher Unschärfe. Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs), Stablecoins, synthetische CBDCs und Deposit Tokens werden oft in einem Atemzug genannt, als handele es sich um Varianten ein und derselben Innovation.
Ein aktuelles Paper unternimmt nun den Versuch, diese heterogenen Konstrukte systematisch zu ordnen und vergleichbar zu machen. Das Instrument: eine Taxonomie mit zwölf Designdimensionen, die es erlaubt, tokenisierte Geldformen nach ihren strukturellen Eigenschaften zu klassifizieren.
Der analytische Wert einer solchen Taxonomie liegt auf der Hand. Erst wenn die relevanten Unterscheidungsmerkmale sauber definiert sind, lassen sich Design-Entscheidungen mit ihren monetären Eigenschaften, Risiken und regulatorischen Implikationen systematisch verknüpfen. Die Autoren zielen explizit auf eine einheitliche Begriffsgrundlage für Forschung, Regulierung und Industrie ab.
Dimensionen des Designs
Die Taxonomie folgt dem Prinzip einer „Zwicky Box” – einem morphologischen Kasten, der verschiedene Ausprägungen entlang definierter Dimensionen kombiniert. Die zentralen Klassifikationsmerkmale umfassen:
Emittent und monetärer Claim:
