New Banking: Mehr als nur eine Frage der Technologie

Von Ralf Keuper

Inzwischen gehört es fast schon zum Allgemeingut, dass die Banken die Digitalisierung ihrer Produkte und Dienstleistungen vorantreiben müssen, um künftig noch am Markt bestehen zu können. Die Zahl der Studien, die immer wieder die Bedeutung des Mobile Banking wie auch neuer Tools, wie für das PFM und Data Mining betonen, nimmt stetig zu. Im Vergleich dazu bleibt der Informations- und Neuigkeitsgehalt häufig auf der Strecke, wie aktuell bei einer gemeinsam von der EFMA und A.T. Kearney durchgeführten Befragung. Vorherrschend ist dabei noch immer das klassische Vertriebsdenken, das vom Produkt und nicht von den Kundenbedürfnissen ausgeht, d.h. die leitende Frage bleibt: Wie können wir die Kundenbedürfnisse auf unsere bestehenden Produkte und Dienstleistungen, die unserem Profitdenken entsprechen, gleichwohl unter Verwendung neuester Technologien, reduzieren. Hinter den Schlagworten Innovation und Omnichannel dominiert weiterhin die Sicht von Innen nach Außen. Die Wertschöpfung vollzieht sich diesem Verständnis nach noch immer innerhalb der eigenen Organisation. Kurzum: Neuer Wein in alten Schläuchen.

Eine erfrischend andere Sicht liefert Ron Shevlin in seinem Beitrag Banks Need Leaders Who Get It (Done). Kernaussage ist:

Just as it was with PC’s and the Web, “it” isn`t about the technology. “It” is about the changes in business processes, products, services, and business models the technology enables.

Lesenswert sind auch einige der Leserkommentare, wie der von James Robert Lay, der die eigentliche Herausforderungen  gut auf den Punkt bringt:

The “it” for banks and credit unions is about how their business models will evolve in a digital economy while aligning people, product and processes around an organizations purpose.

Oder wie Adrian Slytwotzky einmal als Überschrift für ein Kapitel seines Buche Value Migration wählte: Not Technology – Business Design.

Gerade Banken, deren IT-Systeme über Jahrzehnte gewachsen sind und so eine entsprechende Kultur hervorgebracht bzw. begünstigt haben, fällt dieser Sichtwechsel besonders schwer.

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