Blockchain: Wunsch und Wirklichkeit

Von Ralf Keuper
In den letzten Tagen ist einmal mehr deutlich geworden, dass Wunsch und Wirklichkeit beim Thema Blockchain noch weit auseinander liegen. Zwar ziehen viele ein klare Trennungslinie zwischen Bitcoin und der Blockchain, wie Jamie Dimon von J.P. Morgan; es bleibt jedoch der Eindruck bestehen, dass die Gebrechen von Bitcoin, wie sie durch den medienwirksamen Abschied von Mike Hearn zum Vorschein kamen, auch für die Blockchain selbst gelten, wenngleich hier nicht die Spekulation und der Währungsaspekt im Vordergrund stehen, es sich „nur“ um eine große verteile Datenbank im Netz handelt, die für die sichere Abwicklung und Verifizierung der Transaktionen zuständig ist. 
Die Defizite der Blockchain gut auf den Punkt bringt der Beitrag 5 questions that needs to be answered according to blockchain
Ein aufmerksamer Leser dieses Blogs machte mich auf die Studie Distributed Ledger Technology: beyond block chain aufmerksam. Darin kommen auch die Defizite bzw. die noch offenen Fragen zur Sprache. 
Selbst Vitalik Buterin räumt in Privacy on the Blockchain ein, dass sich Thema Data Privacy mit der Blockchain alleine nicht lösen lässt: 

.. it is once again important to note that blockchains do NOT solve privacy issues, and are an authenticity solution only. Hence, putting medical records in plaintext onto a blockchain is a Very Bad Idea. However, they can be combined with other technologies that do offer privacy in order to create a holistic solution for many industries that does accomplish the desired goals, with blockchains being a vendor-neutral platform where some data can be stored in order to provide authenticity guarantees.

Martin Kuppinger warnt in Why Distributed Public Ledgers such as Blockchain will not solve the identification and thus the authentication problem vor übertriebenen Erwartungen an die Blockchain-Technologie und kommt mit Blick auf die Möglichkeiten der eindeutigen Identitifzierung bzw. Authentifizierung zu dem nüchternen, gleichwohl nicht ganz überraschenden Ergebnis:

Technology will never know exactly who someone is.

Ähnlich wie Kuppinger argumentiert Jeni Tennison vom Open Data Institute in Blockchain technology is useful – just not for everything

The current challenge, as we sit near the beginning of this cycle, is to cut out the hype and identify the uses and applications that will stand the test of time. Being aware of the strengths and weaknesses of blockchain technologies will help people to understand their real potential and prevent them from reinventing things that work well enough. …  Blockchains are just one of the tools in our technology toolbox.

Was mir jedenfalls bei den Einsatzszenarien der Blockchain-Technologie noch fehlt, ist der Missing Link. Irgendetwas, ein Element oder eine Komponente bzw. mehrere, müssen noch hinzu kommen. 

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