Banking in der Plattformökonomie #6

Von Ralf Keuper 

Für den Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, geht der größte Veränderungdruck für das Banking von der Plattformökonomie aus (Vgl. dazu: „Die Plattformökonomie ist der gewaltigste Umbruch für das Bankgeschäft.“) ; eine Position, die auf diesem Blog bereits seit Jahren vertreten wird. Sewing sieht die Banken gegenüber Google, Amazon, Alibaba & Co. jedoch nicht auf verlorenem Posten. Das größte Kapital der Banken seien ihre Kunden sowie, man staune, die Regulierung.

Über eine geringe Anzahl von Kunden können sich Amazon, Alipay & Co. wahrlich nicht beklagen. Allein Alipay wird von mehreren hundert Millionen Nutzern, u.a. für das mobile Bezahlen, verwendet; eine Zahl, die von der Deutschen Bank nicht annähernd erreicht wird. Sicherlich können die Banken für sich reklamieren, durch die Regulierung über verifizierte Identitäten und personenbezogene Daten ihrer Kunden zu verfügen. Jedoch – auch dieses Problem können Amazon & Co. elegant lösen, entweder, indem sie die Dienste von ID-Providern in Anspruch nehmen, diesen Service durch Übernahmen selbst anbieten oder aber den Umweg über PSD2 gehen, d.h. sich die nötigen Daten nach der Einwilligung der Kunden direkt bei den Banken abzuholen. Die Plattformen können diese Regulierungslücke relativ schnell schließen. Die Banken jedoch müssen gleich mehrere fehlende Verbindungen (Hardware, Software, Medien, Logistik) herstellen, für welche die nötige Expertise und Zeit schlicht fehlen (Vgl. dazu: Die Bank als Plattform? Zu viele Missing Links …).

 

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