Bankgründung als lukratives Geschäftsmodell

Von Ralf Keuper
Es stimmt: Die Zahl der Bankgründungen hat in den letzten Jahren signifikant abgenommen. Trotzdem wäre es voreilig, daraus zu schließen, die Gründung einer Bank sei heute, schon alleine der regulatorischen Bestimmungen wegen, ein aussichtsloses Projekt. Dem scheint auf den ersten Blick die Entscheidung von General Electric, seine Finanzsparte, GE Capital, zu veräußern zu entsprechen. 
Jedoch nicht so ganz, wie Bloomberg in GE Doesn’t Want to Be a Big Bank Anymore berichtet. Nicht ohne Ironie stellt der Autor fest, dass es derzeit eigentlich keinen besseren Zeitpunkt für die Gründung eines Finanzinstituts gebe, wie die zahlreichen FinTech-Startups und Non-Banks zeigen; jedoch gelte das nicht für bereits bestehende, wie GE Capital. Der Reifegrad des Geschäftsmodells ist bereits zu hoch, die Kosten für die Unterhaltung zu groß. Irgendwann schnappt auch hier die Falle aus Regulatorik, Kapitalkosten und fixen, transaktionsspezifischen (Sunk Costs) Kosten zu. An diesem Punkt ergibt es betriebswirtschaftlich kaum noch Sinn, das Bankgeschäft weiter zu betreiben. Stattdessen lohne es sich, das Unternehmen, oder Teile davon, zu verkaufen und später vielleicht wieder neu einzusteigen. Im Grunde handelt es sich dabei um ein profitables Geschäftsmodell, das der Autor Matt Levine in die folgenden vier Phasen einteilt:
  1. Start a non-bank business to borrow short, lend long and compete with the banks at lower cost.
  2. Grow huge and prosper.
  3. Get so big that you start being regulated like a big bank.
  4. Split up and start over.
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