Im März 2022 endete ein Bankstil-Artikel über Quantengeld mit einer Frage, die damals noch eher rhetorisch wirkte[1]Ein Geldsystem auf quantentechnologischer Grundlage: Quantengeld. Marshall McLuhan hatte das Geld als stetige Bewegung zur reinen Informationsbewegung beschrieben – von der Münze über die Banknote zur Kreditkarte. Ist Quantengeld, so lautete die Frage, der nächste Schritt dieser Bewegung?
Drei Jahre später lässt sich diese Frage schärfer stellen. Und die Antwort fällt anders aus, als man erwarten würde.
Wo die Forschung steht
Der aktuelle Forschungsstand, dokumentiert in dem Paper Practical quantum tokens: challenges and perspectives, liest sich wie eine direkte Fortschreibung der damals zitierten Projekte. Die drei Entwicklungslinien von 2022 – fehlertolerante Verifikationsprotokolle (MPQ/Harvard/Caltech), Photonen als Zahlungsträger (polnisch-tschechische Forscher), Farbzentren in Festkörpern (QuCoin, Universitäten Kassel/Erlangen/Mainz) – sind dieselben, die der aktuelle Artikel als experimentelle Plattformen behandelt. Die Forschungslandkarte hat sich nicht grundlegend verändert. Was sich verändert hat, ist die experimentelle Tiefe.
Das paper demonstriert breitbandige Mikrowellen-Spektroskopie von Spin-Ensembles und erste kohärente Speicherexperimente mit Echo-Retrieval. Die erreichten Speichereffizienzen von rund 0,1 Prozent sind, gemessen an den Anforderungen eines praktischen Systems, verschwindend gering. Aber sie sind nicht null – u…
References
