Kein “Kulturwandel” im Banking (Nils Ole Oermann)

Das Geschäftsmodell und Organigramm einer Investmentbank mögen sich ändern, nicht aber die Mission und Haltung der in ihr und für sie Tätigen.  … Die offensichtliche Frage lautet doch: Kann man eine Kultur oder neudeutsch corporate culture ablegen wie einen Mantel? Ein Konquistador jedenfalls wird wohl kein Tierpfleger. …

Warum der Weg zu einem echten Kulturwandel .. in der Praxis so schwierig ist und selten glaubwürdig gelingt, wird noch deutlicher, wenn man sich näher betrachtet, wie Investmentbanker selbst ihr auf virtuellen Finanzmärkten erwirtschaftetes Geld höchst real und vor allem lokal investieren. …

Mein eigenes Geld habe ich selbstverständlich solide angelegt. Etwas Aktien, ein paar Fonds, festverzinsliche Wertpapiere – und kein einziges Zertifikat. (Hilmar Kopper in einer Talkshow im Jahr 1998) …

Ich kenne keinen Investmentbanker, der in seinem privaten Depot Zertifikate, also strukturierte Produkte oder Anleihen, hält. Aber bei den Anlageberatern und privaten Anlegern, den Letzten in der Kette eines nicht regulierten Finanzsystems, war das nie angekommen (Anne T., Die Gier war grenzenlos, Eine deutsche Börsenhändlerin packt aus).

Quelle: Tod eines Investmentbankers. Eine Sittengeschichte der Finanzbranche.

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