Die Blockchain ist erst der Anfang. Wie die neue digitale Kette Branche für Branche aufbricht (IM+io, 2/2018)

Von Ralf Keuper

Die aktuelle Ausgabe des vom August-Wilhelm Scheer – Institut (AWSI) herausgegebenen Fachmagazins IM+io beschäftigt sich mit dem Potenzial und den aktuellen Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie. Neben August-Wilhelm Scheer kommen darin weitere Autoren zu Wort, wie Christoph Jentzsch (Slock.it), Martin Holland (PROSTEP AG), Andreas Wilke (Bundesdruckerei), Christian Fleig (KlT) und Meinhard Benn (Satoshi Pay).

Das disruptive Potenzial der Blockchain-Technologie veranschaulicht Scheer am Beispiel der derzeit dominierenden digitalen Plattformen wie Airbnb, die noch auf “alte” Internettechnologien setzen:

Denn auch die Plattformunternehmen des Internets können revolutioniert werden. Hier könnten zum einen genossenschaftliche Strukturen die Macht der Monopolisten brechen. Warum sollte sich im Bereich von sozialen Medien die Beteiligten nicht selbst in der Blockchain organisieren und die mit ihren Daten erzielten Gewinne dann unter sich aufteilen, als sie dem Plattformunternehmen zu überlassen? (Vgl. dazu: Interview mit Hans-Jörg Naumer (Allianz Global Invest)). Zum anderen könnten die Plattformen allein aufgrund des Einsatzes von Blockchain-Technologien schlicht überflüssig werden.

Aus meiner Sicht wird mit diesen Perspektiven die Blockchain-Architektur zu Recht als eine der stärksten Treiber disruptiver Prozessinnovationen bezeichnet.

Andreas Wilke von der Bundesdruckerei stellt in dem Heft das Forschungsprojekt der ID-Chain vor. Mittels einer modifizierten Blockchain mit bidirektionaler Verkettung sollen Berechtigungsketten entstehen, die eine Überprüfung von Berechtigungen in Sekundenschnelle ermöglichen. Die Lösung wird zusammen mit der Cortex AG entwickelt. Dabei wir die NoSQL-Datenbank von Cortex verwendet, die nach dem Vorbild des menschlichen Gehirns aufgebaut und mit einem globalen Index für alle Daten ausgestattet ist.

Thomas Rose, Thomas Osterland und Wolfgang Prinz vom Fraunhofer FIT beleuchten in ihrem Beitrag die Vorteile und aktuellen Defizite der Blockchain-Technologie. Ihr Fazit:

Die Form der Konsensfindung macht die Blockchain für zwei große Anwendungsbereiche interessant: die Koordination und Auditierung kooperierender Geschäftspartner und die Herkunftsnachweise, wobei Herkunftsnachweise nicht nur auf die reine Produktverfolgung beschränkt sein muss, sondern beispielsweise auch auf Testate in der Wirtschaftsprüfung oder die Dokumentation von Mikrotransaktionen ausgedehnt werden kann.

Das nur ein Ausschnitt.

Eine lesenswerte und informative Gesamtschau auf ein Thema, das uns die nächsten Jahre noch intensiver beschäftigen wird.

Crosspost von Econlittera

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