Die Banken als Financiers des Fortschritts (Jürgen Ponto)

Man sagt den Banken gern nach, sie hätten ein enges Verhältnis zum Bestehenden, ja zum Vergangenen. Man sollte diese Einstufung, meine ich, nicht leichthin zurückweisen, schon gar nicht in unserer in der Orientierung ruhelosen Zeit. Denn erfolgreiches Arbeiten bedarf der Verwurzelung, der Erfahrung, der guten Tradition. Dabei wird nicht unbedingt hohes Lebensalter der einzelnen Bank, der Geschäftsstelle oder gar des Bankiers vorausgesetzt. Notwendig ist vielmehr Kontinuität des Denkens und des Handelns, aus der heraus allein die gangbaren Wege in die Zukunft gefunden werden können. Wir sehen ja heute allzu deutlich, wie unbeständige Geister darauf aus sind, Bestehendes zu zerstören und jede kontinuierliche Entwicklung zu verhindern. Auf die Frage nach ihrer Vorstellung von der Zukunft bleiben sie uns die konkrete Antwort schuldig und erklären lediglich, dass eben alles anders werden müsse. ..
Es wäre bedrohlich für die Leistungskraft der Banken, wollten sie einem ziellosen Modernismus nachlaufen und kurzlebigen Zeitströmungen folgen. Das haben sie ganz einfach nicht nötig. Die Aufgabe der Banken in Wirtschaft und Gesellschaft ist vom Kern her so eindeutig zukunftsbezogen, dass sie sich nicht erst um ein Klischee, um ein “Image” der Fortschrittlichkeit bemühen müssen. Es genügt, dass sie ihren Auftrag begreifen und ernst nehmen, und dass sie dies auch in der Öffentlichkeit begreiflich machen (in: Mut zur Freiheit. Gedanken zu Politik und Wirtschaft)
Dieser Beitrag wurde unter Bankgeschichte, Banking veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.