Anmerkungen zu Wirecard

Von Ralf Keuper

Die Tatsache, dass Wirecard die Commerzbank aus dem DAX verdrängt hat, rief in den Medien ein großes Echo hervor. Von einer Wachablösung ist dort die Rede, die belege, dass Fintech dabei ist, das Banking in Besitz zu nehmen. Wirecard zeige überdies, wie es auch deutschen Unternehmen gelingen kann, die Digitalisierung für sich zu nutzen.

Dennoch neigen einige Beobachter zur Skepsis, wie Thomas Borgwerth, der in einem Interview mit Finanz-Szene.de gestand, dass es ihm schwer fällt, die Gründe für den Erfolg von Wirecard exakt zu identifizieren. Zweifel wurden bereits in der Vergangenheit öffentlich, wie im Jahr 2016 in “House of Wirecard”Wirecard – Angriff auf die Glaubwürdigkeit und Wette auf den Absturz.

Im Januar diesen Jahres äußerte sich Roddy Boyd in Wirecard AG: The Great Indian Shareholder Robbery kritisch zu den Aktivitäten des Unternehmens in Indien wie generell über das Geschäftsmodell:

Wirecard is a “rollup,” primarily built through the acquisition of smaller companies at a breakneck pace: Since late 2014 it has made 11 acquisitions. Critics argue that rollups use acquired revenue to mask broader troubles with organic growth.

Auf den Beitrag antwortete Wirecard mit einer Stellungnahme: Additional remarks on the article.

Auf kununu nehmen die negativen Arbeitnehmerbewertungen in letzter Zeit nach meinem Eindruck zu.

Warten wir die weitere Entwicklung ab. Eine gesunde Skepsis scheint dabei angebracht.

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