Über 2,6 Bil­lio­nen Yuan ver­wal­ten Chi­nas Quant­fonds inzwi­schen – mehr als dop­pelt so viel wie vor einem Jahr. Ubi­quant sam­melt 2,6 Mil­li­ar­den Yuan in unter zwei Stun­den ein, KI-Model­le schla­gen mensch­li­che Händ­ler um mehr als 20 Pro­zent­punk­te. Die Erzäh­lung ist ver­füh­re­risch: die Maschi­ne hat gewon­nen, der Star-Mana­ger hat aus­ge­dient. Doch wer genau­er hin­sieht, erkennt ein ver­trau­tes Mus­ter – abneh­men­de Grenz­erträ­ge trotz Kapi­tal­zu­strom, ein Come­back-Nar­ra­tiv, das eine Kri­sen­ge­schich­te über­schreibt, und eine Kon­zen­tra­ti­on von Risi­ko, die durch algo­rith­mi­sche Homo­ge­ni­tät eher ver­scho­ben als auf­ge­löst wird.


Die Zah­len, die die Geschich­te tragen

Es ist eine die­ser Mel­dun­gen, die auf den ers­ten Blick wie ein tech­no­lo­gi­scher Wen­de­punkt aus­se­hen: Chi­ne­si­sche Quant­fonds, lan­ge Zeit ein Nischen­seg­ment neben den tra­di­tio­nell bevor­zug­ten Star-Mana­gern, zie­hen plötz­lich Kapi­tal in einem Tem­po an, das selbst erfah­re­ne Bran­chen­be­ob­ach­ter über­rascht. Ubi­quant, einer der größ­ten Anbie­ter, sam­mel­te im Mai bin­nen weni­ger Stun­den 2,6 Mil­li­ar­den Yuan für einen neu­en Fonds ein. Shen­zhen Cheng­Qi Asset Manage­ment plat­zier­te ein Pro­dukt über mehr als 100 Mil­lio­nen Yuan in Sekun­den. Das gesam­te von Quant­fonds ver­wal­te­te Ver­mö­gen hat sich inner­halb eines Jah­res auf über 2,6 Bil­lio­nen Yuan mehr als ver­dop­pelt – beglei­tet von einer bei­spiel­lo­sen Pro­dukt­ex­pan­si­on: über 6.000 neue Quant-Pro­duk­te allein im ver­gan­ge­nen Jahr, fast die Hälf­te aller neu auf­ge­leg­ten Hedgefonds.

Der eigent­li­che Bruch liegt aber nicht in den abso­lu­ten Zah­len, son­dern in einer kul­tu­rel­len Ver­schie­bung: Chi­ne­si­sche Anle­ger, die tra­di­tio­nell dem cha­ris­ma­ti­schen Ein­zel­ma­na­ger ver­trau­ten, wand­ten sich 2025 in gro­ßem Stil den Com­pu­ter­mo­del­len zu – weil die­se die Men­schen um mehr als 20 Pro­zent­punk­te out­per­form­ten. Aus der „Aus­wahl des Quant­fonds” ist, wie es ein Bran­chen­be­ob­ach­ter for­mu­liert, die „Aus­wahl des Quant­fonds mit den stärks­ten KI-Fähig­kei­ten” gewor­den. Eine Ver­schie­bung, die weni­ger eine Fra­ge des Invest­ment­stils als eine insti­tu­tio­nel­le Neu­aus­rich­tung der gesam­ten Ver­trau­ens­ar­chi­tek­tur ist.

Die PR-Sche­re: Vom Kri­sen­fall zum Comeback-Narrativ

Bemer­kens­wert – und hier lohnt sich der Blick auf die Dis­kre­panz zwi­schen insti­tu­tio­nel­ler Selbst­dar­stel­lung und ope­ra­ti­ver Rea­li­tät – ist die Geschich­te von Ning­bo Ling­jun Invest­ment Manage­ment. Anfang 2024 lös­te eine stark kon­zen­trier­te Ver­kaufs­se­rie der fir­men­ei­ge­nen Han­dels­mo­del­le Sank­tio­nen der Bör­sen aus und stürz­te das Unter­neh­men in eine Kri­se. Die Reak­ti­on damals: stren­ge­re Risi­ko­pa­ra­me­ter für die Algo­rith­men, Echt­zeit­über­wa­chung der Han­dels­mo­del­le, ein rund zwei­jäh­ri­ger Rück­zug vom Fund­rai­sing zuguns­ten inter­ner Konsolidierung.

Heu­te wird genau die­ser Akteur als Erfolgs­ge­schich­te prä­sen­tiert. Ling­jun will sein ver­wal­te­tes Verm…