Ist das Ausmaß der Herausforderung der Banken durch FinTech-Startups übertrieben?

Von Ralf Keuper 
Ist das Ausmaß der Bedrohung der Geschäftsmodells der Banken durch FinTech-Startups übertrieben? So jedenfalls der Tenor des Beitrags Die «Blockchain-Technologie» hat Zukunft. Darin werden die Begriffe und Realitätsebenen ein wenig durcheinander gewirbelt. Der Beitrag bezieht sich im Kern auf die Aussagen des CIO der UBS, Oliver Bussmann, der die Lage natürlich etwas anders beurteilt, als Vertreter der FinTech-Startup-Szene, wenngleich auch hier längst nicht jedes Startup die Banken ersetzen will. Auch die UBS, so wird Bussmann zitiert, arbeite bereits an einigen Stellen eng mit FinTech-Startups zusammen, u.a. in dem Accelerator Level39 in London. Man befinde sich an der Spitze der technologischen Entwicklung. Gleiches gelte auch für das Thema Blockchain. 
Die Banken müssten unter dem Druck der FinTech-Startups ihre Prozesse weiter optimieren und digitalisieren usw.
Im Grunde genommen die alt bekannten Slogans. Optimieren, digitalisieren, die Beratungsqualität erhöhen – und gut ist. 
Das läuft nicht mehr. Zwar ist es richtig, dass die FinTech-Startups die Banken in der Breite kaum ersetzen können; zusammengenommen, organisiert auf einer Plattform ist das jedoch sehr wohl möglich. Ferner: Die eigentliche Bedrohung geht von den großen digitalen Ökosystemen und Internetkonzernen aus, wie facebook, Google, Apple, Amazon, Alibaba usw. Diese profitieren in besonderer Weise von dem Medienwandel, der ihnen eine, die Schlüsselposition im Banking zuweist. Die Blockchain in ihrer ursprünglichen Form jedenfalls, ist mit dem Denken der Banken kaum bis gar nicht kompatibel, was der Beitrag vergisst zu erwähnen. 
Noch immer versuchen Bankenvertreter die Außenwelt glauben zu machen, dass sich das Marktumfeld eigentlich nicht wirklich verändert habe – ein paar FinTech-Startups sind dazu gekommen – ok, sonst aber ist eigentlich alles beim Alten geblieben. 
Eben nicht. 
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