Es war einmal: Das Filialkonzept der Commerzbank

Von Ralf Keuper

Was sie auch macht, die Commerzbank kommt nicht vom Fleck. Aktuellster Ausdruck dieser Form rasenden Stillstands ist die Abkehr von dem noch vor wenigen Monaten verkündeten Dogma von der Überlegenheit eines dichten Filialnetzes. Als die anderen Banken dazu übergingen, eine Filiale nach der anderen zu schließen, bewegte sich die Commerzbank in die entgegengesetzte Richtung. Bewusst grenzte sich die Commerzbank von der Strategie des Rückzugs aus der Fläche ab, wobei man sich einiger Spitzen gegenüber den Mitbewerbern nicht enthalten konnte (Vgl. dazu: Sparkasse vs. Commerzbank: Wenn die Filiale schließt und der Kunde zumacht). Das eigene Filialkonzept betrachtete man daher als Ausdruck der neuen Strategie der Commerzbank (Vgl. dazu: Wie sich die Commerzbank fit für die Zukunft machen will & Schöne neue Bankenwelt & Filialkonzepte im Check: Die Commerzbank). Vor allem mit den Flagship-Filialen hatte man Großes vor:

Die Flagship-Filialen waren als Ergänzung zu den “normalen” Filialen gedacht. Das Medienkonzept für die neue Filialstruktur der Commerzbank stammte von Saatchi & Saatchi.

Nun scheinen die Neuen Realitäten im Banking auch die Commerzbank erreicht zu haben.

Derzeit spielt man bei der Commerzbank mehrere Szenarien für Filialschließungen durch. 400 von derzeit 1.000 Filialen könnten demnach dicht gemacht werden. Das wäre ein Kahlschlag und ein spätes Eingeständnis für das Scheitern des Filialkonzepts. Ein Ereignis mit Signalwirkung für die gesamte Branche. Die goldenen Zeiten der Bankfiliale, auch wenn das hier und dort noch anders kommentiert werden mag, sie sind vorbei. Da hilft das beste Medienkonzept nicht mehr viel, wenn der Medienwandel über bestehende Strukturen einfach so hinweg geht.

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