Eine aktuelle amerikanische Untersuchung zeigt: Die Bedrohung durch neue Finanzdienstleister trifft Banken weniger bei der Kreditvergabe als bei steigenden Kosten für Spareinlagen. Kleine Institute müssen bis zu 11,5 Prozent mehr für Einlagen zahlen, ohne dass die Volumina schrumpfen. Für deutsche Sparkassen und Genossenschaftsbanken im Wettbewerb mit Zinsplattformen wie Raisin ist das eine unbequeme Blaupause. Doch unter der Oberfläche dieser Plattformen verbergen sich erhebliche Risiken, die bei der Greensill-Pleite und jüngsten Aufsichtsmängeln deutlich wurden.
Der amerikanische Befund: Wettbewerb um Spargelder, nicht um Kredite
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Bedrohung durch neue Finanzdienstleister konzentriert sich üblicherweise auf das Kreditgeschäft: Schnellere Entscheidungen, günstigere Konditionen, technologische Überlegenheit bei der Risikoprüfung.
Eine aktuelle Studie zu den amerikanischen Plattformen Prosper und Lending Club dreht diese Perspektive um und belegt einen Störungskanal, der Bankvorstände stärker beunruhigen sollte – die Einlagenseite.
Der empirische Aufbau ist sauber: Die Forschenden nutzen die schrittweise Aufhebung von Anlegerschutz-Beschränkungen in amerikanischen Bundesstaaten als Untersuchungsanlass. Diese Hürden hatten die Plattformen daran gehindert, örtliche Anleger anzusprechen. Ihre schrittweise Beseitigung erlaubt statistische Vergleiche, die Filialen derselben Bank in betroffenen und nicht betroffenen Bundesstaaten gegenüberstellen.
Das zentrale Ergebnis: Nach Markteintritt der Plattformen steigen die Einlagenzinsen kleiner…
