Mit der Inte­gra­ti­on in Goo­gles Agent Pay­ments Pro­to­col posi­tio­niert sich Revo­lut Pay als frü­her Anbie­ter für Zah­lun­gen, die von Soft­ware-Agen­ten aus­ge­löst wer­den. Die Ankün­di­gung mar­kiert weni­ger einen tech­ni­schen Durch­bruch als viel­mehr den Ver­such, in einem noch unent­schie­de­nen Stan­dar­di­sie­rungs­wett­be­werb Posi­ti­on zu bezie­hen – mit offe­nem Aus­gang für Ban­ken, Kar­ten­sys­te­me und Zahlungsdienstleister.


Die Ankün­di­gung als Positionierungssignal

Revo­lut hat sei­ne Zah­lungs­lö­sung Revo­lut Pay als eines der ers­ten euro­päi­schen Ver­fah­ren in Goo­gles Agent Pay­ments Pro­to­col (AP2) inte­griert. Die stra­te­gi­sche Bot­schaft ist ein­deu­tig: “The future of shop­ping isn’t a web­site; it’s a con­ver­sa­ti­on.” Gemeint ist der Über­gang von klas­si­schen Web-Check­outs zu dia­log­ba­sier­ten, KI-orches­trier­ten Kauf­pro­zes­sen, bei denen Soft­ware-Agen­ten – Chat­bots, Sprach­as­sis­ten­ten, auto­no­me Shop­ping-Sys­te­me – Trans­ak­tio­nen im Auf­trag des Nut­zers initiieren.

AP2 fun­giert dabei als stan­dar­di­sier­te Pro­to­koll­schicht zwi­schen Agen­ten und ver­schie­de­nen Zahl­ver­fah­ren. Der Nut­zer soll ein­ma­lig eine Zah­lungs­me­tho­de auto­ri­sie­ren; kom­pa­ti­ble Agen­ten kön­nen anschlie­ßend Trans­ak­tio­nen aus­lö­sen, ohne dass bei jedem Vor­gang manu­ell durch Check­out-For­mu­la­re navi­giert wer­den muss. Revo­lut hat die­ses Pro­to­koll so imple­men­tiert, dass Revo­lut Pay – inklu­si­ve spe­zi­ell ange­pass­ter Account-to-Account-Flows – als Zah­lungs­op­ti­on inner­halb die­ses neu­en Rails ver­füg­bar wird.

Struk­tu­rel­le Ver­schie­bun­gen: Von Pull zu Push, von Kar­te zu Mandat

Die Ent­wick­lung lässt sich nicht iso­liert betrach­ten, son­dern fügt sich in eine grö­ße­re Ver­schie­bung der Zah­lungs­ar­chi­tek­tur ein. Klas­si­sche Kar­ten­sys­te­me (Visa, Mas­ter­card) ope­rie­ren pull-basiert: Der Händ­ler zieht die Zah­lung vom Kun­den­kon­to, finan­ziert über Inter­ch­an­ge-Gebüh­ren zwi­schen 1,3 und 3,25 Pro­zent. Account-to-Account-Rails wie SEPA Instant oder Fed­Now sind push-basiert, mit deut­lich nied­ri­ge­ren Gebüh­ren, aber bis­lang manu­el­ler Initi­ie­rung durch den Nutzer.

Agen­ten-Pro­to­kol­le wie AP2 eta­blie­ren nun eine drit­te Kate­go­rie: man­dat-basier­te, agen­ten-initi­ier­te Zah­lun­gen, die pay­ment-agnos­tisch ope­rie­ren – also sowohl Kar­ten als auch A2A-Ver­fah­ren oder theo­re­tisch auch Kryp­to­wäh­run­gen nut­zen kön­nen. Der Agent agiert als neue Zwi­schen­schicht, die Zah­lungs­mit­tel nach Kri­te­ri­en wie Kos­ten, Geschwin­dig­keit oder Rewards dyna­misch auswählt.

Für Ban­ken bedeu­tet dies struk­tu­rell: Die bis­he­ri­ge Wert­schöp­fung aus Inter­ch­an­ge und Zin­sen gerät unter Druck. Wenn Agen­ten sys­te­ma­tisch die kos…