Jah­re­lang beruh­te das Raten­kre­dit­ge­schäft auf zwei stil­len Prä­mis­sen: sta­bi­le Beschäf­ti­gung, kon­sum­freu­di­ge Haus­hal­te. Bei­de ero­die­ren gleich­zei­tig – und die Zah­len der Team­Bank machen sicht­bar, was im gesam­ten Seg­ment längst ange­legt war.

Das Pro­blem betrifft nicht nur eine Bank. Die Targ­oBank steht vor einer Mar­gen­kom­pres­si­on von zwei Sei­ten. Die Auto­ban­ken sit­zen in einem Ziel­kon­flikt, der sich mit Risi­ko­ma­nage­ment allein nicht lösen lässt. Und eine Rekord­quo­te abge­lehn­ter Kre­dit­an­trä­ge wirft eine unbe­que­me Fra­ge auf: Wie vie­le der bestehen­den Port­fo­li­os wur­den unter Bedin­gun­gen ver­ge­ben, die heu­te eine Ableh­nung bedeu­ten würden?

Beson­ders auf­schluss­reich ist der Fall Klar­na. Das Unter­neh­men war ange­tre­ten, das klas­si­sche Raten­kre­dit­ge­schäft zu dis­rup­tie­ren – und baut sich jetzt selbst zur Voll­bank um. Mit dem­sel­ben Ergeb­nis: ver­dop­pel­te Risi­ko­vor­sor­ge, Quar­tals­ver­lus­te, eine Aktie auf neu­em Tief. Der Dis­rup­tor lan­det am glei­chen Ort wie die Incumb­ents. Der gemein­sa­me Nen­ner ist nicht das Geschäfts­mo­dell – es ist das Sub­strat: eine über­schul­de­te, kon­sum­zu­rück­hal­ten­de Gesell­schaft in schwa­cher Konjunktur.

Dazu kommt ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mus­ter, das sich bei Druck ver­läss­lich wie­der­holt: Je schlech­ter die Lage, des­to inten­si­ver die Spra­che der Resi­li­enz. Die Sche­re zwi­schen stra­te­gi­scher Kom­mu­ni­ka­ti­on und ope­ra­ti­ver Sub­stanz ist selbst ein Befund.

Was gebraucht wird, ist kei­ne neue Nar­ra­ti­ve – son­dern eine ehr­li­che Lagediagnose.


Die trü­ge­ri­sche Ruhe der Vorjahre

Jah­re­lang galt das Raten­kre­dit­ge­schäft als ver­läss­li­che Ertrags­quel­le im deut­schen Ban­ken­sys­tem. Die Logik war ein­fach: sta­bi­le Beschäf­ti­gung, kon­sum­freu­di­ge Haus­hal­te, über­schau­ba­re Aus­fall­quo­ten. Spe­zi­al­ban­ken wie die Team­Bank und die Targ­oBank, aber auch die cap­ti­ve-Finan­zie­rungs­ar­me der gro­ßen Auto­mo­bil­her­stel­ler, bau­ten ihre Geschäfts­mo­del­le auf die­sen zwei Prä­mis­sen auf. Bei­de ero­die­ren jetzt gleichzeitig.

Die Ver­lus­te der Team­Bank im Geschäfts­jahr 2025 – Vor­steu­er­ver­lust von 29 Mil­lio­nen Euro, nach einem Gewinn von 23 Mil­lio­nen Euro im Vor­jahr, Risi­ko­vor­sor­ge um 14 Pro­zent auf 233 Mil­lio­nen Euro gestie­gen – lesen sich wie ein Lehr­stück über das, was pas­siert, wenn ein Geschäfts­mo­dell struk­tu­rell unter Druck gerät, ohne dass die Kom­mu­ni­ka­ti­on dies ange­mes­sen reflek­tiert. Vor­stand Chris­ti­an Polenz ver­weist auf eine „Wert­schöp­fung von 171 Mil­lio­nen Euro” als Beleg für Resi­li­enz. Das ist eine Zahl, die stimmt – und den­noch ein Ablen­kungs­ma­nö­ver, weil sie den Gesamt­kon­text aus­blen­det: sin­ken­de Bilanz­sum­me, schrump­fen­des Neu­ge­schäft, wach­sen­de Risi­ko­vor­sor­ge.

Kein Ein­zel­fall: Das Branchenproblem

Was die Team­Bank-Zah­len zei­gen, ist nicht das Ver­sa­gen eines Insti­tuts, son­dern das Sicht­bar­wer­den eines brei­te­ren Struk­tur­pro­blems. Es betrifft im Kern alle Anbie­ter, deren Geschäfts­mo­dell auf dem Mas­sen­markt für Kon­su­men­ten­kre­di­te auf­ge­baut ist.

Die Targ­oBank ist ein instruk­ti­ves Par­al­lel­bei­spiel. Ihr Modell kom­bi­nier­te hohe Mar­gen mit Rest­schuld­ver­si­che­run­gen und Zusatz­pro­duk­ten – eine Kon­struk­ti­on, die Ver­brau­cher­schüt­zer seit Jah­ren kri­ti­sie­ren, die aber in einem freund­li­chen Wirt­schafts­kli­ma funk­tio­niert hat. Wenn nun Aus­fäl­le stei­gen und gleich­zei­tig der regu­la­to­ri­sche und öffent­li­che Druck auf Zusatz­ver­si­che­run­gen wächst, kom­pri­miert sich die Mar­ge von zwei Sei­ten. Das ist kein exo­ge­ner Schock mehr; es ist die Ein­lö­sung einer lan­ge bekann­ten struk­tu­rel­len Anfälligkeit.

Bei den Auto­ban­ken – Volks­wa­gen Bank, Mer­ce­des-Benz Bank, Bank11 und ande­ren – kommt eine drit­te Dimen­si­on hin­zu: Sie sind nicht nur Kre­dit­ge­ber, son­dern inte­gra­ler Best…