Am 17. März 2026 hat die Schufa ihren neu­en Next­Gen Score 1.0 ein­ge­führt – zwölf Kri­te­ri­en statt 250, eine ein­heit­li­che Ska­la statt sechs Bran­chens­cores, ein Erklär­tool statt Black­box. Die Trans­pa­renz­of­fen­si­ve klingt über­zeu­gend. Doch 83 Pro­zent der Ver­brau­cher lan­den in der­sel­ben Score-Klas­se wie zuvor, das Berech­nungs­ver­fah­ren bleibt Geschäfts­ge­heim­nis, und das Ver­wal­tungs­ge­richt Wies­ba­den hat die Schufa bereits im Novem­ber 2025 zur umfas­sen­de­ren Aus­kunft ver­pflich­tet – Urteil noch nicht rechts­kräf­tig, Revi­si­on beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt mög­lich. Die Reform ist weni­ger Neu­an­fang als kal­ku­lier­tes Vor­beu­gen. Eine Analyse.


Was sich geän­dert hat

Im Kern steht die Ein­füh­rung eines ein­heit­li­chen Scores, der die bis­he­ri­gen sechs Bran­chens­cores (Ban­ken, Spar­kas­sen, Genos­sen­schafts­ban­ken, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on, Han­del sowie Versandhandel/​E‑Commerce) sowie den bis­he­ri­gen Basisscore ersetzt. Die Anzahl der berück­sich­tig­ten Kri­te­ri­en wur­de auf genau zwölf redu­ziert – gegen­über zuvor über 250 mög­li­chen Varia­blen. Statt des bis­he­ri­gen Pro­zent­werts (0–100 %) gilt künf­tig eine Punk­te­ska­la von 100 bis 999: Je höher der Wert, des­to bes­ser die ein­ge­schätz­te Bonität.

Die Ver­ein­heit­li­chung soll das Sys­tem für Ver­brau­cher ver­ständ­li­cher machen, sodass sie ihren Score auch ohne mathe­ma­ti­sche Vor­kennt­nis­se nach­voll­zie­hen kön­nen. Zur Unter­stüt­zung steht ein Online-Erklär- und Simu­la­ti­ons­tool bereit, mit dem die Aus­wir­kun­gen finan­zi­el­ler Ent­schei­dun­gen auf den Score durch­ge­spielt wer­den kön­nen. Ver­brau­cher kön­nen zudem ein­se­hen, wel­che Unter­neh­men in den letz­ten zwölf Mona­ten ihre Boni­tät abge­fragt haben, und Feh­ler direkt zur Kor­rek­tur melden.

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Aspekt ist die dyna­mi­sche­re Bewer­tung: Neue Ver­trä­ge und aktu­el­le Zah­lungs­his­to­ri­en sol­len sich schnel­ler auf den Score aus­wir­ken – posi­tiv wie nega­tiv. Tech­nisch ver­zich­tet der neue Score bewusst auf den Ein­satz Künst­li­cher Intel­li­genz und führt mono­to­ne Risi­ko­ver­läu­fe ein, um die Erklär­bar­keit zu erhöhen.